Der eigene Imagefilm – Was man unbedingt beachten sollte

In diesem Beitrag möchten wir uns mit einigen wichtigen Prozessen und Gedankengängen befassen, die idealerweise stattfinden sollten, bevor ein Imagefilm realisiert wird.

Dieser Prozess, der bereits lange vor der eigentlichen Durchführung der Dreharbeiten beginnt, trägt maßgeblich zur Qualität des Produktes bei welches der Kunde später erhält.

Der gesamte Prozess der Vorbereitung eines solchen Projektes nennt sich in der Filmproduktion “Vorproduktion” oder “Pre-Production” und beinhaltet Aspekte aus jedem letztendlich benötigten Schritt der Realisierung eines Imagefilms. Neben dem Sammeln und Aufbereiten aller benötigten Informationen und Elemente, stellt die Vorproduktion aber auch einen Konsens zwischen dem ausführenden Team und dem Kunden innerhalb des Projektes her. So werden getroffene Entscheidungen und spontane Änderungen zu jedem Zeitpunkt für jeden Teilnehmer nachvollziehbar.

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Die Vorproduktion kann bereits damit beginnen, dass man anfängt, Ideen für einen Imagefilm auf einem Blatt Papier zusammenzutragen. Das kann in unterschiedlicher Detailtiefe geschehen. Einzelne Elemente wie zum Beispiel ein Musikstück, das den Imagefilm unbedingt untermalen sollte, oder ein Slogan, sind für das ausführende Team in der Konzeptionsphase genauso hilfreich wie die verschriftlichte Vision einer kompletten Szene. Umso mehr solcher Anreize ein Kunde aus eigener Initiative aufbringen kann, umso individueller und interessanter wird erfahrungsgemäß letzen Endes der daraus resultierende Imagefilm – denn der Kunde kennt sein Unternehmen oder Projekt so gut wie niemand sonst. Da selbstverständlich nicht davon ausgegangen werden kann, dass jeder Kunde Erfahrung bei der Erstellung solcher Konzepte hat, wird dieser Prozess in der Regel von der Agentur betreut. 

Aus diesen Impulsen erstellt die ausführende Agentur in der Regel ein Gesamtkonzept und schlägt dieses dem Kunden vor. Entspricht dieses Konzept der Vision des Kunden, wird kalkuliert was genau benötigt wird um dieses Konzept umzusetzen und ein ungefähres Budget für das gesamte Projekt veranschlagt.

Selbstverständlich gibt es auch Produktionskonzepte die genau anders herum funktionieren (Was kann für Budget X realisiert werden?), wenn von Vornherein ein bestimmtes Budget für Werbemaßnahmen festgelegt ist. Sobald der Kunde grünes Licht zum Start der Umsetzung gibt, kann bereits mit der nächsten Phase der Vorproduktion begonnen werden: der Planung der tatsächlichen Umsetzung.

Planung der Umsetzung

In dieser Phase werden alle benötigten Vorbereitungen für den anstehenden Dreh eines Projektes getroffen. Wie auch in der vorherigen Phase kann das durchaus auch Arbeitsschritte betreffen, die erst nach dem Dreh stattfinden, aber bereits in diesem Stadium vor dem Dreh kommuniziert werden müssen, um die Integrität der Vision beizubehalten die man gerade erst konzeptioniert hat.

Darüber hinaus wird in dieser Phase wenn nötig bereits zusätzliches Personal verpflichtet, welches auf bestimmte Aufgabengebiete spezialisiert ist. Soll beispielsweise in einem Werbefilm ein Feuer oder eine Explosion gezeigt werden, bedarf es an der Stelle eines externen Spezialisten, der auf diesem Gebiet geschult ist und alle damit verbundenen Gefahren kennt und einschätzen kann.

Hier zusammengefasst nochmal die wichtigsten, sowie einige weitere Punkte, die in dieser Phase potenziell erarbeitet werden sollten:

1. Finden der Drehorte (Location Scouting)

Location Scouting” befasst sich mit der Wahl des Ortes an dem eine Sequenz – oder der komplette Imagefilm – gedreht werden soll („Benötigt der Film eine Skyline oder eine andere besondere Location als Hintergrund?“). Eine Auswahl muss an diesem Punkt bereits getroffen werden, um rechtzeitig Drehtermine und entsprechende Drehgenehmigungen (z.B. für Drohnenaufnahmen oder allgemein für Orte außerhalb des eigenen Besitzes) an den Locations einzuholen. Dadurch gibt es am Drehtag vor Ort keine plötzlichen Überraschungen. Üblicherweise werden beim Location Scouting eine Reihe von Fotos gemacht, welche die Stimmung des Ortes einfangen und zur Absprache mit dem Kunden genutzt werden. 

2. Leihen von Ausrüstung & Requisiten (Equipment Rental)

Obwohl Filmproduktionsfirmen in der Regel über ein umfangreiches Basisequipment verfügen, ist es in manchen Fällen notwendig spezielle Technik zu leihen, welche für den Dreh im Allgemeinen oder für spezielle Szenen benötigt wird. Das können sowohl bestimmte Lichter und Zubehör zur Lichtsetzung aber auch Gerätschaften wie Nebelmaschinen, Kamerakräne oder spezielle Kameras für außergewöhnliche Anforderungen (z.B. Hochgeschwindigkeitsaufnahmen) sein. 

Die Leihkosten gehören in jedem Fall bereits im Zuge der Konzeption abgesprochen und ins Angebot der Agentur aufgenommen. Abseits der Technik werden in vielen Fällen aber auch Requisiten benötigt. Diese können entweder aus einem vorab abgesprochenen Budget erworben oder wie die oben genannte Technik angemietet werden. In manchen Fällen erfordert die Zusammenstellung aller benötigten Requisiten umfangreichere Recherche, die dann in den Produktionsprozess eingeplant werden muss. 

3. Casting der Schauspieler (Talent/Cast Scouting)

Mit der Suche und Auswahl von Schauspielern beschäftigt sich der Bereich “Cast Scouting”.

Vor allem in Werbefilmen werden oft besondere Anforderungen an Schauspieler gestellt, die unbedingt erfüllt werden müssen. Dies kann in einem einfacheren Fall ein Schauspieler mit einer bestimmten Haarfarbe sein, wenn sie beispielsweise Inhaber eines Friseursalons sind der ein bestimmtes Produkt vermarkten möchte, welches auf diese Haarfarbe zugeschnitten ist. In einem komplexeren Fall benötigen Sie einen Tänzer, der eine bestimmte Choreographie einstudiert oder ein junges Kind, das in einem Werbefilm schauspielert.

Für diesen Bereich gibt es spezielle Suchmaschinen  auf denen man mit Hilfe individualisierbarer Vorgaben und Filter nach Schauspielern suchen kann.

Hier eine kleine Auswahl:
de.stagepool.com
www.castforward.de
www.ufa-talentbase.de

4. Casting des Sprechers/der Sprecherin (Sprecher Casting)

Falls für den Film gewünscht, werden dem Kunden potenzielle Kandidaten für die Rolle des passenden Sprechers anhand von passend gesprochenen Audio-Beispielen vorgestellt, anhand derer der Kunde entscheidet, welcher Sprecher der richtige für das Projekt ist. Man spricht in diesem Fall von einem “Sprecher-Casting”. Es stellt kein Problem dar, wenn der Kunde in diesem Bereich unerfahren ist, da die auszuführende Agentur in der Regel genug Expertise hat, um dem Kunden passende Vorschläge zu unterbreiten und somit die Entscheidung zu erleichtern oder wenn gewünscht sogar gänzlich abzunehmen.

5. Treffen rechtlicher Vorkehrungen

Mit diesem Thema kommt der Kunde selten in Berührung. Dennoch sollte dieser Bereich zumindest der Vollständigkeit halber kurz erwähnt werden. Erteilte Berechtigungen sind unter allen Umständen einzuhalten. Dazu gehören unter anderem Drehgenehmigungen vor Ort (z.B. Sondergenehmigungen für Drohnen) sowie Einverständniserklärungen/Abgabe der Bildrechte für Unbeteiligte und Model-/Schauspielerverträge für die beteiligten Schauspieler. Auch das Thema Versicherungen spielt hinter den Kulissen eine wichtige Rolle, da viele Locations einen Nachweis über bestimmte Versicherungssummen voraussetzen.

6. Visual-Effects-Analyse

Dieser Teil der Vorproduktion beschäftigt sich damit, alle computergenerierten Grafiken und Videos die im Projekt auftauchen sollen, im Hinblick auf den Kontext und die Ansprüche zu analysieren und entsprechende Vorgaben für diese Grafiken zu erstellen. Soweit nicht von der Agentur personell abgedeckt, wird im Anschluss ein VFX-Studio beauftragt, diese Grafiken zu generieren. In Imagefilmen können das beispielsweise 3D-Renderings von Verarbeitungsprozessen sein, die schwer oder gar nicht zu filmen sind, weil sie z. B. innerhalb einer Maschine stattfinden, aber für das Video relevant sind. 

Einige Beispiele für computergenerierte Elemente in Imagefilmen sind in diesem Video in Minute 0:08, 0:36 und 2:25 zu sehen:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=4DXYhUCANiQ

7. Skript schreiben / Storyboard entwerfen

Sind diese Punkte der Vorproduktion vollständig, wird in aller Regel ein Skript oder eine „Shot Liste“ entworfen, welche die Handlungen jeder Szene sowie ihre Dauer genau beschreibt. Ein Beispiel für eine solche “Shot List” finden sie hier: www.docdroid.net/n5BzxJ7/shooting-script-template.docx Bei umfangreicheren Projekten oder bei wechselnden Locations wird manchmal auch noch ein Storyboard (Beispiel unter: www.cargocollective.com) vor dem Dreh angefertigt, damit man sich das finale Produkt besser vorstellen kann. Dadurch wissen alle Beteiligten während des Drehs, welcher Look das Ziel einer bestimmten Szene ist.
Diese Liste soll beispielhaft den Aufwand und die verschiedenen Teilbereiche veranschaulichen die hinter einem Werbefilm/Imagefilm stehen können, soll aber in keiner Weise einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Je nach Projekt können hier noch viele andere relevante Punkte stehen oder auch komplett entfallen. Dazu gehören unter anderem komplett computergenerierte Filme/Werbespots ohne Schauspieler, Kameramänner usw.. Der nächste Schritt ist nun überwiegend der Expertise der ausführenden Agentur überlassen. Selbstverständlich wird Input des Kunden weiterhin sehr geschätzt, in technischer Hinsicht darf sich dieser nun aber in der Regel in sicheren Händen wägen.  Neben unserer Checkliste finden Sie auf Slideshare eine Präsentation, welche den Beitrag unseres Artikels zusammenfasst. Zur Slideshare Präsentation

Kostenlose Imagefilm Checkliste

Um Ihnen bei der Planung ihres Imagefilmes zu helfen, haben wir eine kostenlose Checkliste zusammengestellt. In diesem PDF finden Sie 10 wichtige Fragen, die vor dem Dreh eines Imagefilmes auf jeden Fall geklärt werden sollten.

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